Berlin & BrandenburgBrandenburg bietet Begleitung bei Gewaltschutzverfahren

Häusliche Gewalt kann zu Schutzmaßnahmen für die Betroffenen führen, muss aber durchgesetzt werden. Bei entsprechenden Verfahren will Brandenburg nun Prozessbegleiter anbieten.
Potsdam (dpa/bb) - Brandenburg beteiligt sich an einem Modellprojekt, um Opfern von häuslicher Gewalt bei sogenannten Gewaltschutzverfahren beizustehen. Bisher sei diese psychosoziale Begleitung bei Strafverfahren etabliert, erklärte Justizminister Benjamin Grimm (SPD). Bei familiengerichtlichen Verfahren zum Schutz vor Gewalt sei das hingegen noch nicht der Standard.
"Wer Gewalt erlebt und Hilfe sucht, braucht nicht nur rechtlichen Schutz, sondern auch Menschen, die begleiten und Sicherheit geben. Gerade der Gang zum Familiengericht ist für Betroffene häufig mit Ängsten und Unsicherheiten verbunden", sagte Grimm laut einer Mitteilung seines Ministeriums. Mit dem Modellprojekt wolle sein Ministerium erreichen, "dass Betroffene ihre Rechte besser wahrnehmen können". "Aus dem Recht auf Schutz muss auch die tatsächliche Möglichkeit werden, Schutz zu finden."
Im Jahr 2024 registrierte die Polizei in Brandenburg 6.790 Fälle häuslicher Gewalt. Das entsprach einem Anstieg von 7,4 Prozent im Vergleich zum Vorjahr. Insgesamt wurden 7.126 Opfer erfasst, rund 69 Prozent davon waren Frauen. Hinzu kommt laut Ministerium eine erhebliche Dunkelziffer.
In Brandenburg beteiligen sich die Amtsgerichte Brandenburg an der Havel, Bernau bei Berlin und Neuruppin an dem Modellprojekt. Weitere Projektländer sind Baden-Württemberg, Nordrhein-Westfalen und Schleswig-Holstein.