HessenLust auf Laub, Wärme oder Natur: Wohin im Herbst in Hessen?

Die letzten goldenen Herbsttage sind gezählt – doch in Hessen lässt sich die Saison ganz unterschiedlich ausklingen. Welche Ausflüge passen zu Frostbeulen, Sommer-Hungrigen und Laub-Fans?
Wiesbaden (dpa/lhe) - Nicht mehr lange bis die Zeit umgestellt und die Abende kürzer werden – und schwups, bald ist's Winter. Wie und wo lassen sich also die letzten goldenen Herbst-Tage verbringen? Ein paar Vorschläge für jeden Typ.
Für Frostbeulen: Ab in die Therme!
Hessen hat auch für Frostbeulen im Herbst einiges zu bieten - wie wär's mit einem Ausflug in eine der zahlreichen Thermen? Hessen Tourismus hat einige Bäder und Thermen hier zusammengestellt. In der Sprudelhof-Therme in Bad Nauheim etwa lässt sich sogar ein privater Spa-Bereich buchen. In der Kaiser-Friedrich-Therme in Wiesbaden gibt es mittwochs von 10 bis 12 Uhr eine Stille Stunde, bei der Licht- und Geräuschreize reduziert werden.
Für Sommer-Hungrige: Tropisches Feeling
Ein bisschen Sommer-Feeling lässt sich noch im Palmengarten in Frankfurt finden. Im Tropicarium sind es laut Pressesprecherin im Winter noch bis zu 23 Grad warm. "Hier wachsen Pflanzen der Bergregen- und Nebelwälder, der immergrünen Tiefland-Regenwälder, der wechselfeuchten Monsun- und Passatwälder sowie der Mangroven und Küstenwälder. Im Südstern finden sich Pflanzen der trockenen Tropenregionen: aus Trockenwäldern und Savannen, Dornwäldern sowie der Halb- und Nebelwüsten", heißt es auf der Webseite.
Für Kinder-Bespaßer: Mit Kindern ins Laub springen
Die Bäume verlieren ihre Blätter, auf dem Boden bilden sich bunte Laubberge. Kinder lieben es, dort hineinzuspringen, sich zu vergraben, sie aufzuwirbeln. Prinzipiell geht das in jedem Park. Besonders empfehlen kann man das Arboretum zwischen Eschborn, Schwalbach und Sulzbach (Main-Taunus-Kreis) mit seinen 600 verschiedene Baum- und Straucharten, oder den 68 Kilometer langen Urwaldsteig Edersee-Kellerwald (Landkreis Waldeck-Frankenberg).
Für Leute mit Höhenlust: Baumhaushotel oder Ausflug hoch hinaus
Wer Lust auf Herbstlaub aber nicht auf den Dreck hat, kann auf dem Baumwipfelpfad in Bad Camberg den Bäumen auf andere Weise nahekommen. Der 800 Meter lange Rundweg führt durch die "majestätischen Kronen des Hintertaunus", wie es auf der Webseite heißt. Rampen und Treppen führen auf 31 Meter Höhe. "Von dort oben erwartet dich eine atemberaubende Fernsicht, die weit über die Baumwipfel hinausreicht und dir einen völlig neuen Blickwinkel auf die Schönheit des Waldes eröffnet."
Kurzurlaub gefällig? In "Robins Nest" kann man in Bäumen übernachten. Die Anlage bei Witzenhausen (Werra-Meißner-Kreis) bietet Baumhäuser, die wirklich in die Baumkronen hineingebaut sind und nicht nur auf Stelzen stehen. Große Familien oder Gruppen können das große Stammhaus mieten, in dem bis zu sechs Menschen Platz finden. Paare können in einer Baumhauskugel kuscheln. Fußläufig erreichbar ist das Schloss Berlepsch.
Für alle, die den Winter kaum abwarten können
"Urige Holzhütten mit einem prasselnden Feuer im Kamin, einer deftigen Mahlzeit auf dem Tisch und jeder Menge Romantik ringsum, das gibt's nur in den Alpen? Weit gefehlt, solch schönen Hüttenzauber findest Du auch mitten in Hessen" – Damit wirbt Hessen Tourismus für die verschiedenen Hütten im Bundesland. Nicht alle der Hütten haben im Oktober schon geöffnet, aber das Stöbern in dieser Liste lohnt sich dennoch.
Für Wanderer, Spaziergänger und Familien
Herbststimmung pur und ein abwechslungsreiches Naturerlebnis auch bei ungemütlichem Wetter bietet der Hoherodskopf im Vogelsberg. Unterhalb der mit knapp 764 Meter zweithöchsten Erhebung des Mittelgebirges im Herzen Hessens wird Wanderern und Spaziergängern einiges geboten. Von Parkplätzen aus starten bequeme Touren beispielsweise zur Niddaquelle und zu den Forellenteichen. Unterwegs können Naturinteressierte einen Blick auf das Hochmoor werfen, das gerade im Nebel wie verzaubert wirkt.
Wer mehr Kondition hat, kann sich auf einen acht Kilometer langen Höhenrundweg durch den Oberwald wagen. Am Fuß des weithin sichtbaren Fernmeldeturms wartet zudem ein Erlebnispark auf Familien mit kleinen Kindern. Geboten werden dort - teils abhängig von passendem Wetter - unter anderem ein Baumkronenpfad und eine Sommerrodelbahn. Es wird empfohlen, sich vor einem Besuch online nach den jeweiligen Öffnungszeiten zu erkundigen.
Gegen den Herbstblues: In andere Welten eintauchen
Keine Lust mehr auf Grau und kalt? Gegen Herbstblues helfen neben Sonne auch das Erleben anderer Welten. Das geht etwa beim Historica Festival an diesem Wochenende in Kassel. Dort präsentieren etwa 100 Händler und Handwerker authentische historische Waren, etwa Gewänder, Lederarbeiten, Musikinstrumente und Schmuck.
Oder wie wärs mit einem Ausflug in andere Galaxien? Das bietet zum Beispiel das Kasseler Planetarium. Das ist nach eigenen Angaben mit 54 Plätzen das größte in Hessen. "Ob eine Reise in ferne Galaxien, ein Besuch der Raumstation ISS oder die Erkundung der Marsoberfläche. Mit modernster Projektionstechnik reisen Besucherinnen und Besucher im Spaceshuttle "Planetarium" zu den Sternen und noch weiter."
Für robuste Besucher: "Kalter Markt"
Der "Kalte Markt" wird in diesem Jahr vom 23. bis 27. Oktober wieder viele tausend Menschen nach Ortenberg (Wetteraukreis) locken. Die Anfänge des nach eigenen Angaben größten Volksfestes in Oberhessen reichen bis ins 13. Jahrhundert zurück. Auf die großen und kleinen Besucher warten ein Vergnügungspark mit Fahrgeschäften und Imbissbuden sowie ein Krammarkt mit etwa 350 Händlern. Herzstück des Treibens ist traditionell der Pferdemarkt mit verschiedenen Shows.