Niedersachsen & BremenNächste Party im Weserstadion? Warum es bei Werder gut läuft

Die Sorgen im Sommer waren groß. Gemessen daran läuft die bisherige Bundesliga-Saison für Werder Bremen sehr gut. Was sind die Gründe dafür?
Bremen (dpa/lni) - Die Aussicht ist verlockend. Mit einem Heimsieg gegen Aufsteiger SC Paderborn könnte Werder Bremen an diesem Wochenende bis auf einen Champions-League-Platz der Fußball-Bundesliga vorrücken.
Dazu müssten auch Mannschaften wie der FC Augsburg, RB Leipzig und Bayer Leverkusen mitspielen. Und selbst in diesem Fall wären erst sechs von 34 Spieltagen gespielt. Dennoch läuft es bei Werder bislang deutlich besser, als das nach dem Saisonstart beim SC Freiburg (1:4) und der Kritik an der Kaderplanung zu erwarten war. Warum ist das so?
Das sagt der Trainer
"Unser Ziel ist es in dieser Saison, dass wir intensiven und begeisternden Fußball spielen. Und ich glaube, dass wir es geschafft haben, in den letzten beiden Heimspielen dieses Stadion wieder anzuzünden", sagte Daniel Thioune bei seiner Pressekonferenz zum Paderborn-Spiel (Samstag, 15.30 Uhr/Sky).
Das Weserstadion wird an diesem Wochenende auch offiziell 100 Jahre alt. Diese Feier soll niemand verderben. "Wir wollen kein Bild mehr abgeben wie in Freiburg, wo wir nur Gäste waren", sagte Thioune. Bei den Paderbornern sei es ihm auch "völlig egal, ob das ein Aufsteiger ist oder ein Partycrasher sein könnte. Wir wollen unsere Party feiern. Das Ziel ist, möglichst schnell 40 Punkte zu holen."
Die Transfers
Zu viele Leihspieler. Zu späte Transfers. Die Kritik an der sportlichen Leitung war im Sommer massiv. Vorläufig lässt sich aber sagen: Werder hat sich erheblich verstärkt. Youri Regeer, Ludovit Reis, Eren Dinkci und der Spanier Chuki sind allesamt Stammspieler. Der Brasilianer Arthur ist auf der rechten Seite ein Upgrade zu seinen Vorgängern Yukinari Sugawara und Isaac Schmidt. Über allem steht Niclas Füllkrug, der der lange vermisste Torjäger ist. Zuletzt gelangen ihm vier entscheidende Tore in vier aufeinanderfolgenden Spielen.
Die Mentalität
Die späten Aufholjagden gegen Borussia Dortmund (2:2 nach 0:2) und den FC Augsburg (3:2 nach 0:2) zeigen: Werder hat eine andere Widerstandskraft und Mentalität als noch in der vergangenen Saison. Mit der Verpflichtung von Füllkrug und der Rückkehr des lange verletzten Mitchell Weiser kehrte auch ein neuer Ehrgeiz in die Kabine zurück. "Füllkrugs Mentalität färbt auf das Team ab", sagte Neuzugang Chuki in einer Medienrunde. "Diese Einstellung hilft einem, sofort den Schalter umzulegen."
Das sagt die Bilanz
Werder ist am Samstag zwar klarer Favorit. Aber die beiden vergangenen Heimspiele gegen Paderborn waren eine große Enttäuschung. Im Dezember 2019 verloren die Bremer durch ein Tor in der 90. Minute mit 0:1. Das wurde erst wegen Abseits nicht gegeben - bis sich der Videoschiedsrichter einschaltete und die Szene minutenlang überprüfte. In der Zweitliga-Saison 2021/22 konnte man sich solche Debatten sparen. Schon nach 35 Minuten stand es aus Werder-Sicht 0:3 und am Ende 1:4.