Nordrhein-WestfalenAnklage gegen mutmaßliche Baby-Entführerin erhoben

Eine 18-Jährige soll in Lüdenscheid ein Neugeborenes entführt haben – nun ging die Anklageschrift ans Gericht. Die Frau ist seit einiger Zeit in einer psychiatrischen Klinik untergebracht.
Lüdenscheid (dpa/lnw) - Gegen eine junge Frau, die im Sommer in Lüdenscheid ein Neugeborenes aus einem Krankenhaus entführt haben soll, ist Anklage erhoben worden. Ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Hagen sagte auf Anfrage, die Anklageschrift sei vor einigen Tagen an das Amtsgericht Lüdenscheid gegangen. Der WDR hatte zuvor berichtet.
Die zum Tatzeitpunkt 18 Jahre alte mutmaßliche Baby-Entführerin ist seit Ende Juni in einer psychiatrischen Klinik untergebracht. Die Ermittler werfen ihr Kindesentziehung und Menschenraub vor. Die Frau soll sich als Krankenhaus-Mitarbeiterin verkleidet und einen erst sieben Tage alten Jungen aus einem Patientenzimmer der Klinik mitgenommen haben. Eine Stunde nach dem Vorfall entdeckten Zeugen den Säugling unverletzt im Treppenhaus eines Parkhauses.
Videoaufnahmen, die die Frau am Fundort des Säuglings zeigten, brachten die Beamten auf ihre Spur. Sie war an ihrer Wohnadresse festgenommen und in einer Psychiatrie gebracht worden.