ThüringenAnalytik Jena hat kräftig investiert

Analytik Jena gehörte zu den Neugründungen nach dem Zerfall des Zeiss-Kombinats in Jena, die mit einem Börsengang gekrönt wurden. Nun hat der Schweizer Gesellschafter in Jena und Ilmenau neu gebaut.
Jena/Ilmenau (dpa/th) - Alles neu beim Thüringer Unternehmen Analytik Jena: Produktions-, Labor- und Verwaltungsgebäude am Gründungsstandort in Jena sowie in Ilmenau wurden neu gebaut. Insgesamt rund 96 Millionen Euro hat die Muttergesellschaft, die Schweizer Endress+Hauser Gruppe, investiert. Beide Neubauprojekte für den Hersteller von Analysemesstechnik seien abgeschlossen, wurde bei der Einweihung in Jena mitgeteilt. Ilmenau folge am Freitag.
Die Analytik Jena GmbH, die seit 2013 zur Endress+Hauser Gruppe gehört, stellt Ausrüstungen unter anderem für die Entwicklung von Medikamenten, zur Umweltüberwachung, für die Molekularbiologie oder zur Qualitätskontrolle her. Das Unternehmen war von ehemaligen Zeissianern 1990 gegründet und als eine der ersten Thüringer Firmen an die Börse gebracht worden. 2015 erfolgte der Rückzug von der Börse.
Campus in Jena, nur noch ein Standort in Ilmenau
Nach Unternehmensangaben wurden in Jena rund 64 Millionen Euro investiert, in Ilmenau 32 Millionen Euro. "Als Familienunternehmen denken und handeln wir mit langfristiger Perspektive. Die Neubauprojekte stärken zwei wichtige Entwicklungs- und Produktionsstandorte", erklärte der Verwaltungsratspräsident der Gruppe, Steven Endress.
Analytik-Geschäftsführer Oliver Klaeffling sprach von Investitionen in die Zukunft des Herstellers von Mess- und Automatisierungstechnik und sein weiteres Wachstum. Jena zeige, "was möglich ist, wenn Spitzenforschung, innovative Unternehmen und kluge Köpfe auf engem Raum zusammenkommen", erklärte Ministerpräsident Mario Voigt (CDU). "Hier entstehen aus guten Ideen erfolgreiche Produkte für den Weltmarkt."
Alter Firmensitz abgerissen
Der Neubau in Jena-Göschwitz entstand auf dem Areal des ursprünglichen Unternehmenssitzes, das Gebäude aus den 1960er Jahren wurde abgerissen. Der neu entstandene Campus entspreche den Anforderungen an moderne Arbeits-, Labor- und Produktionsbedingungen. Die Energieversorgung erfolge über Fernwärme, Wärmerückgewinnung und Photovoltaik. Derzeit würden dort 420 Mitarbeiter beschäftigt.
In Ilmenau würden zwei bisherige Standorte, die fünf Kilometer auseinanderlagen, in dem Neubau konzentriert. Dort errichtete Analytik Jena für die mehr als 80 Beschäftigten einen rund 10.000 Quadratmeter großen Gebäudekomplex für Entwicklung, Labore, Produktion sowie Lager.