HessenPolizei in Hessen 82 Mal bei Amateursport im Einsatz

Hessens Polizei ist in der vergangenen Saison bei 82 Vorfällen im Amateur- und Jugendsport eingesetzt worden. Zu Delikten, Tatverdächtigen und Sportarten liegen laut Innenministerium keine Daten vor.
Wiesbaden (dpa/lhe) - Hessens Polizei ist in der Saison 2025/2026 in 82 Fällen zu Amateur- und Jugendsportveranstaltungen ausgerückt. Das geht aus der Antwort von Innenminister Roman Poseck (CDU) auf eine Kleine Anfrage der AfD-Fraktion im Landtag in Wiesbaden hervor. In der Saison 2024/2025 wurde sie demnach bei 55 Vorfällen hinzugezogen, 2023/2024 bei 54 und 2022/2023 bei 45. Zu Delikten, Tatverdächtigen, Geschädigten, Landkreisen und Sportarten lägen keine weiteren Daten vor, erklärte das Ministerium.
Automatisierte Erfassung seit März
Einen eigenen Kenner für "Gewalt im Amateursport" im Vorgangsbearbeitungssystem der Polizei gibt es laut Antwort erst seit einem Erlass vom März 2026. Unter ihm werden demnach Vorfälle im Amateursport unabhängig von der Sportart erfasst, bei denen die Polizei vor Ort ist oder die nachträglich zur Anzeige kommen. Aufgrund der unterjährigen Einführung der automatisierten Erfassung könne zum derzeitigen Zeitpunkt kein uneingeschränkter Vergleich der Fallzahlen erfolgen, erklärte das Ministerium.
Zu Spielabbrüchen, Absagen, Platzverweisen und Hausverboten nennt es keine Zahlen. Diese Entscheidungen lägen bei Veranstaltern, Schiedsrichtern oder privaten Hausherren, hieß es.
Unterstützungsangebote für Betroffene
Als Unterstützungsangebote verweist das Ministerium unter anderem auf die Meldestelle "Gewalt und Diskriminierung" des Hessischen Fußball-Verbands, der Schiedsrichter und Betroffene berät. Die Sportjugend Hessen im Landessportbund halte überdies eine sportartübergreifende Beratungsstelle vor.
Darüber hinaus bestehe im Hessischen Fußball-Verband (HFV) ein standardisierter Kommunikationsprozess bei Gewaltvorfällen gegenüber Schiedsrichtern. Antisemitische Fälle könnten zudem über den Meldebutton "Antisemitismus melden" an die Recherche- und Informationsstellen Antisemitismus gemeldet werden.
AfD fordert landesweiten Aktionsplan
Die AfD-Fraktion fordert angesichts der steigenden Fallzahlen einen landesweiten Aktionsplan gegen Gewalt im Amateur- und Jugendsport. Polizei, Kommunen, Vereine und Sportverbände müssten enger zusammenarbeiten, sagte der sportpolitische Sprecher der Fraktion, Pascal Schleich, laut Mitteilung. "Vereine brauchen klare Ansprechpartner, praxistaugliche Präventionskonzepte und schnelle Unterstützung, wenn es zu Gewaltvorfällen kommt."