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Nordrhein-WestfalenWüst kritisiert Diskriminierung wegen Name und Herkunft

14.10.2026, 12:28 Uhr
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Bei der Suche nach Ausbildungsstellen, Jobs oder Wohnungen kann schon ein Name zum Nachteil werden, sagt NRW-Ministerpräsident Hendrik Wüst. Warum er Politik und Gesellschaft in der Pflicht sieht.

Düsseldorf (dpa/lnw) - Nordrhein-Westfalens Ministerpräsident Hendrik Wüst (CDU) hat zu einem entschiedenen Kampf gegen Ressentiments und Diskriminierung von Menschen mit Migrationshintergrund aufgerufen. "Es ist Aufgabe von Politik, Medien, Zivilgesellschaft, sich für Offenheit und Toleranz und gegen Vorurteile und Ausgrenzung einzusetzen", sagte Wüst im Landtag in einer Debatte zum 65. Jahrestag des deutsch-türkischen Anwerbeabkommens. "Erst wenn der Name, die Hautfarbe, die Religion gar keine Rolle mehr spielen, dann sind wir am Ziel."

Viele Menschen mit ausländischen Wurzeln würden auch heute noch als fremd wahrgenommen, selbst wenn sie hier geboren seien, Deutschland die Heimat sei und sie die deutsche Staatsbürgerschaft hätten, sagte Wüst. "Noch immer haben es eine Zaynab oder ein Yusuf schwerer als eine Carolin oder ein Lukas bei der Suche nach einer Ausbildungsstelle, einem Job oder einer Wohnung." Allein wegen des Namens gebe es Ressentiments und Diskriminierungen - "zum Teil offen, meist versteckt, manchmal ganz unbewusst".

SPD schlägt Gedenktag vor

SPD-Fraktionschef Jochen Ott schlug vor, einen Gedenktag für die Einwanderergeneration in NRW zu verankern, an dem Menschen aus allen früheren Anwerbeländern gewürdigt werden sollten. Als Zeichen der Anerkennung und Dankbarkeit sollten an dem Tag öffentliche Gebäude beflaggt werden. Zugleich erinnerte Ott daran, dass viele der sogenannten Gastarbeiter der ersten Generation ausgebeutet und diskriminiert worden seien.

Der FDP-Politiker Thomas Nückel nannte den Umgang mit der ersten Generation von Zuwanderern aus der Türkei "skandalös". Nur zwei Jahre hätten sie zunächst bleiben sollen, um dann ausgetauscht zu werden. "Maschinenmenschen war der Begriff. Es war ein von Verachtung geprägtes Menschenbild." Heute seien viele ihrer Nachkommen Unternehmer, Polizisten, hochqualifizierte Facharbeiter.

Auch strittige Themen ansprechen

In einem gemeinsamen Antrag schlugen CDU, Grüne und die SPD gemeinsam Maßnahmen vor, um die Beziehungen zur Türkei zu stärken. Die rund eine Million Menschen mit familiären Bezügen in die Türkei gehörten selbstverständlich zu NRW. Im Dialog mit der Türkei seien aber auch Presse-, Meinungs- und Religionsfreiheit, eine unabhängige Justiz und die Rechte von Minderheiten und der demokratischen Opposition klar anzusprechen.

Wüst hatte aus Anlass des 65. Jahrestags des Anwerbeabkommens kürzlich als erster Regierungschef des bevölkerungsreichsten Bundeslandes offiziell die Türkei besucht. Dabei wurde er in Ankara auch von Präsident Recep Tayyip Erdogan empfangen.

Die AfD forderte von heutigen Zuwanderern Verantwortung. "Integration bedeutet, unsere Sprache lernen, unsere Gesetze achten, die Freiheit anderer zu respektieren und nach den eigenen Möglichkeiten Verantwortung zu übernehmen", sagte der AfD-Abgeordnete Christian Loose.

Quelle: dpa

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