Offiziell: Seedorf soll Corinthians vor dem Abstieg retten

Clarence Seedorf kehrt nach sieben Jahren auf die Trainerbank zurück und soll Corinthians vor dem Abstieg retten. Der brasilianische Traditionsklub aus São Paulo gab die Verpflichtung des 50-jährigen Niederländers bekannt. Sein Vertrag läuft bis Ende 2027. Seedorf folgt auf Fernando Diniz, der nach sieben Ligapleiten in Serie entlassen worden war. Auch unter Interimstrainer William Batista setzte sich die Talfahrt fort: Im Derby bei Palmeiras unterlag Corinthians am Sonntag mit 1:4 und kassierte damit die achte Niederlage nacheinander. Nach 30 Spieltagen steht der Klub mit 32 Punkten auf Rang 16, punktgleich mit dem ersten Abstiegskandidaten Internacional auf Platz 17. Seedorfs Debüt ist für den 19. Oktober im Heimspiel gegen Vitória vorgesehen. Für die Rettung bleiben dem neuen Coach noch acht Ligapartien. Er soll in den kommenden Tagen gemeinsam mit seinem Trainerteam in Brasilien eintreffen.
Zuletzt hatte Seedorf von 2018 bis 2019 die Nationalmannschaft Kameruns betreut. Zuvor arbeitete er als Cheftrainer beim AC Mailand, beim chinesischen Klub Shenzhen FC und bei Deportivo La Coruña. Seine Trainerlaufbahn verlief bislang deutlich weniger erfolgreich als seine Karriere auf dem Platz: Mit Milan gewann er elf von 22 Spielen, mit Deportivo gelangen ihm in 16 Partien lediglich zwei Siege. Brasilien kennt der frühere Mittelfeldstar bereits aus eigener Erfahrung. Von 2012 bis 2013 spielte er für Botafogo, ehe er seine aktive Laufbahn beendete und in Mailand ins Trainergeschäft einstieg. Als Spieler gewann Seedorf viermal die Champions League: mit Ajax Amsterdam, Real Madrid und zweimal mit Milan. Nun übernimmt er eine Mannschaft, die dringend wieder punkten muss. Ausgerechnet zum geplanten Einstand fehlt ihm dabei Landsmann Memphis Depay: Der Angreifer ist gegen Vitória nach seiner dritten Gelben Karte gesperrt.
Nach Krisensitzung: Walter bleibt Kiel-Trainer

Tim Walter erhält bei Holstein Kiel vorerst eine weitere Chance. Nach Informationen der "Kieler Nachrichten" haben die Verantwortlichen die Lage nach der 0:1-Niederlage bei Eintracht Braunschweig in einer Krisensitzung aufgearbeitet und entschieden, mit dem 50-Jährigen in das Heimspiel gegen Hertha BSC zu gehen. Eine langfristige Jobgarantie ist damit nicht verbunden. Sport-Geschäftsführer Olaf Rebbe fordert gegen den Tabellenführer am Freitagabend eine „deutliche Reaktion“ der Mannschaft; anschließend soll die Situation erneut bewertet werden. Walter sitzt gegen die Berliner somit auf der Bank, steht aber erheblich unter Druck. Holstein ist nach sieben Zweitliga-Partien noch sieglos, rutschte in Braunschweig auf den letzten Tabellenplatz ab und wartet weiter auf den ersten Dreier. Die Klubführung erwartet eine Antwort des Teams. Das Duell mit Hertha wird zum Prüfstein für die Zusammenarbeit.
Walter hatte die Störche im Februar 2026 zum zweiten Mal übernommen. Bei seiner Rückkehr befand sich Holstein mitten im Abstiegskampf, unter dem Coach stabilisierte sich die Mannschaft jedoch rechtzeitig und sicherte den Verbleib in der 2. Bundesliga. Ende Mai verlängerte der Verein den zunächst nur bis zum Sommer gültigen Vertrag deshalb bis zum 30. Juni 2027; auch die Assistenten Julian Hübner und Michael Wimmer blieben. Der erhoffte Schwung ließ sich nicht in die neue Spielzeit übertragen. Aus den ersten sieben Partien sprang kein Sieg heraus, Fortschritte waren zu selten erkennbar. Walter, der Kiel bereits in der Saison 2018/19 trainiert hatte, muss nun erneut beweisen, dass er die Mannschaft in einer schwierigen Phase erreicht. Rebbes Bestätigung verschafft ihm Zeit, ändert aber nichts an der Lage. Bleibt die geforderte Reaktion gegen Hertha aus, dürfte die Trainerfrage unmittelbar wieder auf die Tagesordnung rücken.