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Nordrhein-WestfalenZukunft der Paderborner Brauerei weiter ungewiss

29.10.2026, 16:13 Uhr
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Für die mehr als 100 Beschäftigten der Paderborner Brauerei gibt es wenige Wochen vor Weihnachten weiter keine Klarheit. Ein möglicher Interessent ist nach eigenen Angaben abgeblitzt.

Paderborn/Meschede (dpa/lnw) - Verkauf oder Schließung? Die Hängepartie für die mehr als 100 Beschäftigten der Paderborner Brauerei geht wenige Wochen vor Weihnachten weiter. Die Gespräche mit Interessenten zur Paderborner Brauerei dauerten noch an, teilte der Warsteiner-Konzern als Eigentümer mit.

"Wir gehen jeder denkbaren Option gründlich nach und rechnen mit einer finalen Entscheidung in den nächsten Wochen", sage eine Sprecherin des Warsteiner-Konzerns. Zu einzelnen Interessenten oder Namen würden während der laufenden Gespräche zur Paderborner Brauerei keine Aussagen gemacht.

Veltins beklagt Absage

Mit Veltins offenbarte unterdessen ein großer Bierhersteller, Interesse an der Paderborner Brauerei bekundet zu haben. "Wir haben Interesse signalisiert", sagte ein Sprecher. Ende August habe Warsteiner solchen Gesprächen jedoch eine Absage erteilt. Die "Westfalenpost" berichtete darüber. "Das ist eine verpasste Chance für die Mitarbeiter", erklärte der Veltins-Sprecher.

Warsteiner gab Trennung bekannt

Im Mai hatte der Warsteiner-Konzern die Schließung seiner Brauerei in Herford im zweiten Halbjahr 2026 sowie die Trennung von der Paderborner Brauerei bekanntgegeben. Falls ein Verkauf der Brauerei in Paderborn nicht gelinge, solle der Betrieb dort zum Jahresende eingestellt werden. Die Gewerkschaft Nahrung-Genuss-Gaststätten (NGG) warf dem Management Wortbruch vor.

Zu einer Mitarbeiterversammlung hatte sich der Chefmanager des Konzerns, Bodo-Joachim Wendenburg, in Paderborn angekündigt, um zu informieren. Bis Ende Oktober waren Informationen zu dem Prozess erwartet worden. Der Konzern selbst hatte auch von einer Entscheidung im Herbst gesprochen.

Die NGG hatte Ende Juli den Abschluss eines Sozialtarifvertrages für die rund 220 betroffenen Beschäftigte in Herford und Paderborn bekanntgegeben. So gebe es Abfindungen. Falls der Verkauf der Paderborner Brauerei scheitere, würden frühestens im November Kündigungen verschickt, hieß es damals.

Höhere Auslastung in Warstein

Der Familienkonzern um Warsteiner, der unter dem Namen der Gründerfamilie als Haus Cramer Gruppe agiert, kürzt mit der Trennung von diesen beiden Brauereien in Ostwestfalen-Lippe seine Kapazitäten um 30 Prozent. Die tiefen Einschnitte wurden mit dem sinkenden Bierkonsum in Deutschland begründet. Die Produktion der Biermarken Herforder und Paderborner wird nach Warstein verlagert. Damit werden die Anlagen an dem Stammsitz stärker ausgelastet.

Sanierer als neuer Konzernchef

Mit Wendenburg rückte im Juli ein Sanierer an die Spitze des Warsteiner-Mutterkonzerns. Vor wenigen Wochen gab er den Abbau von weiteren 125 Arbeitsplätzen bis Ende 2026 bekannt, der den Stammsitz Warstein betreffe.

Veltins für Übernahmen offen

Veltins ist nach der Übernahme der Marke Karamalz für weitere mögliche Zukäufe auch von Brauereien offen, wie Veltins-Chef Volker Kuhl bei seiner Halbjahresbilanz erklärte. Das grundsätzliche Interesse sei vorhanden, sich auch mit anderen Produktionsstätten zu beschäftigen. Die Großbrauerei in Meschede stoße mit der Karamalz-Produktion an ihre Kapazitätsgrenzen.

Veltins, Warsteiner und Krombacher sind große Hersteller der am häufigsten getrunkenen Biersorte Pils und damit seit langem auch große Konkurrenten. Zumal die drei familiengeführten Großbrauereien nicht weit auseinander liegen.

Quelle: dpa

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